Zitat:
Solche Ergebnisse sind seriös nur durch statistische Auswertung des realen Unfallgeschehens möglich. Dies ist auch der Grund, warum die hier gezeigten Ergebnisse und Schlussfolgerungen so weit auseinander liegen.
Für für Entscheidung, ob ein Helm sinnvoll ist, sind in erster Linie die statistischen Ergebnisse wesentlich. Die Laborergebnisse sind dann interessant für die Entscheidung "welchen Helm" und natürlich für die Entwickler, die offenbar noch einige Aufgaben zu erledigen haben.
Unabhängig davon möchte ich nochmal herausstellen, dass ein Helm in nahezu allen Kopf-Unfallsituationen einen positvien Sicherheitsbeitrag leisten wird.
Da bin ich ehrlich gesagt nicht hundertprozentig Deiner Meinung. Dass ein Helm einen (wie auch immer gearteten) Sicherheitsgewinn darstellt, da sind wir uns ja alle einig. Meines Erachtens bleiben die Helme aber zu klein dimensioniert, so dass sie lediglich in bestimmten Situationen einen
ausreichenden Sicherheitsgewinn darstellen. Dazu gehören sicherlich die meisten Pistensituationen, wenn man nicht gerade irgendwo gegenrutscht. Abseits der Piste, wo es Felsen gibt, habe ich so meine Bedenken, was die Skihelme angeht. Sicher besser als ganz ohne, aber man geht ja auch nicht mit einem Fahrradhelm Motorrad fahren...
Ich stimme Dir völlig zu, dass tatsächliche Verletzungrisiken nur aus Unfallstatistiken zu gewinnen sind.
Genau aus diesem Grund fließen auch langjährige Studien über auftretende Verletzungen und ihre Intensität in Abhängig von der Unfallsituation und dem Aufprallszenario in den Normen für "ernstgemeinte" (

) Helme ein - so etwa im Bereich Motorrad / Helikopter. Deshalb gibt es dort auch genaue Vorschriften, welche Art Aufschläge (Ambossformen) wie zu simulieren sind und vor allem wo am Helm welche Werte auftreten dürfen.
Dies ist z.B. bei Schihelmen nicht der Fall, da wird mehr oder minder nach Belieben verfahren. Tatsächlich weichen aber die auftretenden Beschleunigungen des Kopfes je nach Lage bei Aufprall um mehr als 100% (!) ab. So kann ein Helm oben eine Stoßdämpfung auf 170g bewirken, an der Seite und frontal aber Beschleunigungen weit über 300g. Für andere Helme sind die Werte für alle Richtungen vorgeschrieben, bei Schihelmen ist das nicht der Fall.
Soll es jeder halten, wie er mag. Nach Lektüre all dieser wissenschaftlichen Untersuchungen, Studien und Normenwerke bleibe ich dabei, dass heutige Skihelme keinen ausreichenden Schutz bieten. Wer sich tatsächlich richtig schützen will, sollte nach meiner Ansicht keinen Skihelm nach EN 1077 tragen. Zumindest ein Helm nach amerikanischer Norm sollte es sein. Wer mit mittleren Geschwindigkeiten auf Standardpisten unterwegs ist und in solchen Situationen einen Helm tragen mag (ich wohl eher nicht), der kann sicher mit einem Standardskihelm einen nachweisbaren Sicherheitsgewinn erzielen. Wer darüber hinaus geht, sollte nach meiner Ansicht erwägen, mehr für seine Sicherheit zu tun.