So, nun endlich komme ich dazu hier mal von meinem Erlebnis in Japan zu berichten.
Nachdem wir letztes Jahr am Olymp in Griechenland waren, haben wir eigentlich gedacht dieses nicht mehr so schnell toppen zu können. Bis meinem Kumpel die Idee kam nach Japan zu fliegen und dort auf den Mt. Fuji zu gehen. Nachdem er bei der Lufthansa arbeitet konnten wir den Flug dorthin relativ "günstig" buchen.
Der Mt. Fuji ist mit 3776m der höchste Berg Japans und, von der Form her, eigentlich sehr leicht zu besteigen. Die Schwierigkeit liegt im Winter eher am Wetter. So sind starker Wind und sehr kalte Temperaturen im Winter vorherrschend, als wir die Tage / Wochen vor unserem Trip geschaut haben lag die Windgeschwindigkeit selten unter 80kmh und die Temperatur regelmäßig bei -15°; mit Windchill dann ca. -25°. An eine Besteigung unter diesen Umständen ist nicht zu denken und insofern sind wir mit gedämpften Erwartungen geflogen.
Als wir nach 12 Stunden Flugzeit in Tokio ankamen kam an der "Mietwagenausgabe" erstmal der erste Schock. Ohne amtlich übersetzten Führerschein bekommt man in Japan gar kein Auto! Die Übersetzung muss von einer akkreditierten Stelle durchgeführt werden. Nach 2 Stunden verhandeln (via Dollmetscher) und Telefonat mit der Deutschen Botschaft stellte sich heraus das der "Japanische ADAC" auch diese Übersetzungen machen darf, und wenn wir glück hätten, sogar gleich mitnehmen könnten. Also ab ins Taxi, rein nach Tokio und den "Lappen" übersetzen lassen. Ich wartete mit unserem Gepäck am Flughafen.
Während der Wartezeit konnte ich mir Gedanken über unsere Tour machen, das Wetter war nämlich für den nächsten Tag (im Gegensatz zu allen anderen Tagen unserer Tour) gutes Wetter angesagt.
Informationen über eine Sommerbesteigung des Mt. Fujis gibt es sehr viele, die Winterbesteigung wird aber quasi nicht gemacht. Infos sind daher schwer zu finden oder in japanisch. Was wir im Vorfeld herausgefunden haben: Da es am Mt. Fuji im Winter keine Hütten gibt muss die Tour als Tagestour gegangen werden. Es gibt prinzipiell 3 Ausgangspunkte die hoch genug für eine Tagestour liegen, das sind alles Straßen die auf eine Höhe von maximal 2400m führen. Über den Zustand der Straßen war im Vorfeld (auf jeden von 2 der 3) nichts im Web zu finden.
Nach ca. 6 Stunden konnten wir dann unser Auto in Empfang nehmen. Es war auch gleich der totale Kulturschock, direkt in Tokio, linksverkehr, Stau.
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Dateikommentar: Kulturschock in Tokio
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Wir sind dann schnellstmöglich zum Fuji gefahren und dort zum Ausgangspunkt der vielversprechendsten Bergstraße (Subaru Skyline Road); als wir dort ankamen war es dunkel und es regnete. Die Straße selbst war schon geschlossen, jedoch waren ein paar Mitarbeiter vor Ort. Mit Händen und Füßen und wir verständigen wir uns mit einem Mitarbeiter der uns eröffnete das a, die Straße erst ab 9 Uhr auf hat (und bis 16 Uhr; um 18 Uhr ist es dunkel!) und b, nur bis auf einen Höhe von 2000m offen hat. Kurz nachrechnen 3776-2000=1776hm; verteilt auf ca. 5 Stunden; mit Jetlag -
An ein befahren der Straße vor 9 ist nicht zu denken, die Japaner sind extrem gründlich im Absperren
Jedenfalls können wir ausschlafen....
Am nächsten Tag erwartete uns ein perfektes Wetter, zu Anfang keinerlei Wolken am Himmel. Auf zur Subaru Road und erstmal vor der Mautstelle im Stau stehen, obwohl wir 15Min vor Öffnung da waren... Die ganze Auffahrt zog sich dann auch noch hin (es fahren dort zu 75% Busse mit Reisegruppen), wir kamen so erst ca. um kurz vor 10 am Ausgangspunkt an.
Jetzt schnell angezogen (im Menschenauflauf - wir waren dort für die Japaner was besonderes), Stuff auf den Rücken und irgendwie rauf auf den Hügel!
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Dateikommentar: Am Ausgangspunkt
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Wir mussten uns noch an einem Wärter vorbei stehlen (der vor einer riesigen Straßensperre aufpasst das ja keiner weiter auf der Straße fährt) und dann ab ins Gelände. Auf einem wirklich riesigen Lawinen Schutthügel sind wir mit Ski auf dem Rücken ca. 1,5 Stunden zu Fuß aufgestiegen.
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Dann die Ski an und mit Fellen weiter. Da wir Zeitdruck hatten hatten wir auch fast keine Zeit für Fotos oder gar Pausen. Nach ca. 3 Stunden Gehzeit wurde es steil und eisig (wir waren nicht auf der idealen Seite des Berges!), was uns zwang die Steigeisen anzuziehen und die Ski auf den Rücken zu schnallen.
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Die darauf folgenden 2 Stunden gestalteten sich als extrem anstrengend und auch physisch fordernd; es wurde zunehmend steiler, eisiger und auch windig und sehr kalt, was sehr an meinen Kräften zehrte. Das ganze Schnee / Eisgemisch war windgepresst und mit Steinen übersät, was ein Abfahren auf dieser Route unmöglich macht - d.h. wir mussten noch was in den Akkus für den Abstieg lassen!
Um ca. 15.30 war bei mir der Akku leer; an ein Weitergehen war nicht mehr zu denken. Nicht zu letzt da wir auch wieder auf gleichem Weg absteigen mussten. Der Höhenmesser zeigte ca. 3550hm an - also ca. 200hm unter dem Gipfel
Nachdem wir uns umgezogen hatten entdeckten wir das eine Rinne weiter der Schnee viel besser war und wir wollten eine Abfahrt probieren. Diese gelang uns auch und so konnten wir doch von unserem Umkehrpunkt aus ins Tal abfahren.
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Die Abfahrt war im oberen Teil sehr hart und eisig, aber mit mittleren Teil sehr schön firnig und wir konnten das großartige Panorama genießen.
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Am Parkplatz angekommen waren wir noch einmal Attraktion für die Japaner und es gab das eine oder andere Foto mit verschiedenen Japanern. Im Hotel haben wir dann nicht mehr viel gebraucht - so fertig waren wir
Die anderen Tage im Japan regnete es übrigens und an einen zweiten Versuch war nicht zu denken. Es hätte wohl auch nichts genützt, da die anderen Straßen komplett geschlossen hatte und wir mindestens 2-3 Stunden mehr benötigt hätten auf dem Gipfel zu kommen (da es im oberen Teil wohl noch unwegsam wird und verschiedene Felsriegel umgangen werden müssen....